X

Der Murgtäler Hof und seine Geschichte

JUGENDZENTRUM/MURGTÄLER HOF/KLEINKUNSTFORUM

Der Ursprung des KiJuz geht auf das Jahr 1969 zurück. Der damalige Bürgermeister Gerhard Wolf äußerte erstmals den Wunsch nach einem Jugendhaus. Wolf wollte einen Raum für sinnvolle Freizeitgestaltung schaffen. Die Grundlage für die Anstrengungen des Bürgermeisters war der damals schon bestehende Anspruch an die politische Bildungsarbeit mit Jugendlichen. Der Vorschlag Wolfs fand eine Mehrheit im Gemeinderat und so stand dem Erwerb des ehemaligen Hotels „Murgtäler Hof“ als Jugendhaus nichts mehr im Wege.

Partner der städtischen Jugendarbeit war der Kreisjugendring (KJR). Ihm überließ die Stadt die neu erworbene Immobilie kostenlos. Die offizielle Einweihung des Jugendhauses fand am 22. Februar 1972 statt. Das KJR organisierte seither unter anderem regelmäßige Vorträge und Jugendtanzabende.

Der Förderkreis Jugendzentrum e.V. entsteht
Ein Jahr später, im März 1973, gründete sich der Förderkreis Jugendzentrum e.V.. Dieser verstand sich ganz bewusst als Konkurrenz zum KJR. Das Ziel des Förderkreises war, das Haus insbesondere für alle Jugendlichen zu öffnen. Von da an war das Jugendhaus allen zugänglich, auch denen, die nicht verbandlich oder kirchlich organisiert waren. Das Haus war ein „behüteter Freiraum“ und eine „Zufluchtsstätte“. Demokratie konnten hier die Jugendlichen lernen und leben, ebenso schufen die Verantwortlichen emotionale Lern- und Kontaktmöglichkeiten. Im gleichen Jahr nahm Harry Imhof seine Arbeit als Kreisjugendpfleger beim Landratsamt auf. Ihm wurde die Leitung des damaligen Jugendzentrums (JUZ) übertragen. Zehn Jahre später ging das Haus in die Trägerschaft der Stadtverwaltung über.

Kultur und Politik im JUZ
In den frühen 80er Jahren war das JUZ die Anlaufstelle von hoch motivierten, politisch und kulturell engagierten Jugendlichen. Fahrten zu großen Demonstrationen, beispielsweise gegen die Stationierung von atomar bestückten Raketen, wurden organisiert. 1986 entwickelte sich ein extra Angebot für Kinder. Nicht zuletzt auf die Bedürfnisse ausländischer Kinder konnte so gezielt eingegangen werden. Ende der 80er wurde das JUZ zur Plattform für Schauspiel, Kunst und Kultur. Die Kulturinitiative sowie verschiedene Laienschauspiel- und Künstlergruppen nutzten das Haus, um sich zu treffen und aufzutreten.

Großveranstaltungen, Punks & Hörfunk
Das Jugendzentrum mit seinen Veranstaltungen hatte sich mittlerweile zu einem beliebten Treffpunkt für Jugendliche etabliert. Anfang der 90er Jahre konnte das JUZ den Besucherandrang bei den Jugend-Discos nicht mehr bewältigen. Mit über 300 Besuchern gerieten die Veranstaltungen aus dem Ruder und wurden deshalb vorübergehend eingestellt. Zu dieser Zeit hielt auch die Punk-Szene Einzug ins JUZ. Die Punks haben von hier aus Demonstrationen und Veranstaltungen gegen Ausländerfeindlichkeit organisiert und durchgeführt. 1993 wurde der Verein „Freies Radio Freudenstadt“ gegründet. Diesem stellte die Stadtverwaltung einen Raum im JUZ zur Verfügung.

Im November 1994 feierte das JUZ nachträglich sein 21-jähriges. Dies wurde ausführlich in der Dokumentation „Wilde Zeiten“ festgehalten. Das über Jahre etablierte Jazz-Frühstück hatte übrigens seinen Ursprung in den Festlichkeiten. 1996 wird die Tigerbande ins Leben gerufen. Bis heute treffen sich regelmäßig Kinder der ersten bis vierten Klassen.

Aktuelles aus diesem Jahrtausend
Seit Anfang des neuen Jahrtausends ist die Jugendarbeit fester Bestandteil des Zusammenlebens in Freudenstadt. Sie deckt viele Bereiche ab. Der damalige Oberbürgermeister Erwin Reichert lud im März 2000 zu einer Sitzung mit dem Thema „Jugendarbeit in Freudenstadt“ ein. Die Vernetzung der einzelnen Bereiche der Jugendarbeit stand auf der Agenda. Um dies voranzutreiben, stellte die Stadt einen Jugendreferenten im JUZ ein. Das Ziel der Stelle war und ist bis heute, nicht nur das JUZ zu führen, sondern die gesamte Zuständigkeit für die Jugendarbeit in Freudenstadt zu bündeln.

In den folgenden Jahren wurde die Kinder- und Jugendarbeit neu konzipiert. In sogenannten Hearings bezogen die Verantwortlichen die Jugendlichen zum ersten Mal aktiv in die Gestaltung der Freudenstädter Jugendarbeit ein. Im Erdgeschoss des JUZ entstand eine Jugendagentur. Der Übergang von der Schule ins Berufsleben wurde damit ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit im JUZ. Der Förderkreis Jugendzentrum e.V. war mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten vertreten.

2001 bot das JUZ das erste Sommerferienprogramm an. In den kommenden Jahren wurden die Teenie- und die Mädchenarbeit weiter ausgebaut. Das Jugendzentrum wird 2007 zum Kinder- und Jugendzentrum und das Stadtjugendreferat zum Kinder- und Jugendreferat. Im Sommer 2008 organisierte das Kinder- und Jugendreferat zum ersten Mal eine Ferienbetreuung für Grundschüler. Die Jugendarbeit der Stadt wurde noch weiter intensiviert. Im Jugendkulturbereich stellt die Stadt einen zusätzlichen Mitarbeiter ein. Die Leitung des Kinder- und Jugendreferats zog vom Rathaus direkt ins KiJuz und ist aktuell vor Ort. 2010 bekam das Haus einen neuen Anstrich und wird zum Blickfang im Bereich des Stadtbahnhofs.

Heute
Seit fast 50 Jahren leistet das KiJuz einen wichtigen Beitrag zur persönlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Freudenstadt. Es ist für viele eine wichtige Anlaufstelle, für manche sogar ein zweites Zuhause. Ohne die umfangreiche Unterstützung von Ehrenamtlichen und des Förderkreises Jugendzentrum e.V., wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.

Heute gliedern sich die Aktivitäten des KiJuz grob in drei Bereiche: Jugend, Kultur und Kids. Das Haus wendet sich damit an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Zentrale Anlaufstelle für Jugendliche ist das Musikcafé. Daneben organisiert das KiJuz-Team Konzerte (Rock, HipHop, Rap, Peotry Slam, Jazz u.a.), Workshops, Parties, Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie weitere Projekte. Für die KInder gibt es viermal die Woche die KiJuz-Kids als offenes Angebot, das Kinderkino, Vorlesestunden und Lernunterstützung beinhaltet. Außerdem wird das Sommerferienprogramm organisiert, eine Ganztagesbetreuung in den Ferien sowie die Aktiväteten des Spielmobils außerhalb des Hauses.

Neben den Konzerten engagiert sich das KiJuz kulturell in Freudenstadt als Organisator der Festivals FDS Musicdays und des Blackforest Rockfestivals. Auf dem Sommernachtsfest wird neben den Konzerten auch der Familientag inhaltlich gestaltet. Mehrmals im Jahr präsentieren wir Kinder- und Jugendtheater. Das Haus wird außerdem von nicht-organisierten Jugendgruppen für Treffen und Proben und anderem mehr genutzt.

 

2017 - 45 Jahre KiJuz Freudenstadt

Übernächstes Jahr feiert das Haus 50 jähriges Jubiläum. In diesem Zusammenhang wollen wir die Geschichte des KiJuz hier so ausführlich wie möglich erzählen. Die Aufarbeitung des vorhandenen Materials wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir würden uns jedoch über Textbeiträge und Fotos ehemaliger KiJuz-Besucher oder Mitarbeiter freuen, die wir dann gegebenenfalls hier auch berücksichtigen würden. Nachfragen und Infos bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 07441-7487.

Südwestpresse: „Murgtäler Hof“ erhält mit markanterer Farbkonzeption neue Entréequalität - Artikel vom 16.10.2010

Schwarzwälder Bote: Kulturzentrum und Treffpunkt für die Jugend in der Stadt - Artikel vom 22.02.2012

Kalender

Alles auf einen Blick

Mo Di Mi Do Fr Sa So
3
4
5
11
12
17
18
19
24
25
26
31

Kalender

Alles auf einen Blick

Mo Di Mi Do Fr Sa So
3
4
5
11
12
17
18
19
24
25
26
31

KiJuz Freudenstadt
Forststrasse 23
72250 Freudenstadt
Tel. 07441 - 7487
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Logo FDS dblau gold 2